Moritz - Delphintherapie

   
  Therapie-Erfahrungen
   
 

Krankengymnastik nach Bobath

Da die Aerzte schon in meinen ersten Lebenswochen gemerkt haben, dass ich eigentlich keine grosse Lust verspuere, mich koerperlich anzustrengen und ich mich deshalb nur unwillig bewegte, wurde meiner Mama gesagt, sie solle sich eine gute Krankengymnastin suchen, um gezeigt zu bekommen, wie sie mit mir turnen muss.
Gott sei Dank hat Mama eine tolle Frau gefunden, die ich sehr gern habe und die auch noch heute in meinen Ferien mit mir "turnt".

   
 

Vojta

Obwohl ich 2 mal pro Woche Krankengymnastik nach Bobath bekam, wollten sich keine grossen Fortschritte zeigen.
Da meine Krankengymnastin sowohl Bobath-Therapeutin als auch Vojta -Therapeutin ist, sagte sie nach einem Jahr, nun arbeiten wir nach Vojta. Mir war das allerdings nicht so recht. Manchmal musste ich deshalb ziemlich lautstark protestieren. Letztendlich blieb mir aber nichts anderes uebrig, als die entsprechenden Bewegungen zu machen. Allerdings tat ich das nur in der Praxis der Therapeutin. Zuhause konnte meine Mutter solange druecken, bis ihre Finger blau wurden: Meistens reagiert ich nicht darauf und hielt hoechstens die Luft an.

   
 

Doman-Delacato

Als ich drei Jahre alt war, begann meine "Pattern"-Zeit. Jeden Tag kamen nun Frauen unseres Wohnorts zu uns nach Hause, um mit mir zu "Pattern" d.h. ich lag auf dem Tisch in Bauchlage und meine Arme und Beine wurden rhythmisch bewegt, um die "Krabbel"-Funktion anzuregen. Dazu sangen sie staendig "Haenschen klein".
Nach 1,5 Jahren haben wir aber damit aufgehoert. Der Aufwand war doch sehr gross und ein Ergebnis kaum zu sehen. Ausserdem hatte ich ein dickes Knie bekommen, weil meine Baender am Knie keinen Halt gaben, und die Kniescheibe deshalb staendig verrutschte.

   
 

Kinderzentrum Muenchen

Unsere Krankengymnastin meinte, wir sollten das mit Vojta nun mal ernsthaft betreiben. Deshalb fuhren wir, als ich 4 Jahre alt war, ins Kinderzentrum Muenchen, damit meine Mutter innerhalb 14 Tagen intensiv angeleitet werden konnte.
Nachdem die Aerzte mich jedoch eine Zeitlang beobachtet hatten, sagten sie , Vojta wuerde mir nicht viel helfen, da ich kein neurologisches, sondern ein mentales Problem haette. Also wurden wir wieder nach Hause geschickt.

In den Jahren 2001 bis 2003 waren wir nochmal insgesamt 4 mal im Kinderzentrum Muenchen.
Jedesmal wurde ich dort mit manueller Therapie behandelt. Ausserdem bekam ich Montessorie - und Musiktherapie, wobei ich sehr viel Spass hatte und es genoss, im Mittelpunkt zu stehen.
Ausserdem sagte die Ergo-Therapeutin, wir muessten einmal mit "Kommunikationsanbahnung" beginnen. Deshalb durfte ich am Computer spielen (Blob-Programm), und auch sonst konnte ich viele Taster ausprobieren. Das fand ich alles ganz spannend.

Als wir wieder zu Hause waren, hat mein Onkel extra fuer mich ein Spezial-Computerprogramm entwickelt. Damit spiele ich nun oft und finde es sehr spannend, wenn auf Tastendruck die Bilder wechseln.

   
 

Theresienklinik Bad Krozingen.

Zwischen 1998 und 2002 waren wir insgesamt 5 mal fuer jeweils 14 Tage in der Theresienklinik zur Komplexbehandlung, bestehend aus Manueller Therapie, Atlastherapie nach Arlen, myofasialem Loesen, Massage und Krankengymnastik.

Hier habe ich bis jetzt sehr viel gelernt. Als ich das erste Mal 1998 auf dem Laufband stand, wusste ich nicht wie mir geschah und ich benoetigte 3 Helfer, um mich zu halten und die Beine zu fuehren. Innerhalb von 14 Tagen war ich aber so stabil, dass ich mit gefuehrten Fuessen 50 Meter auf dem Laufband zuruecklegen konnte. Da war ich stolz und habe mich so laut gefreut, dass der Doktor aus seinem Untersuchungszimmer kam, um zu sehen was los ist. Seitdem sagt Mama immer, dass mein "Mackertum" wohl doch genetisch bedingt ist.

Leider wird meine Behandlung in Bad Krozingen seit 2000 von der Krankenkasse nicht mehr bezahlt. Deshalb koennen wir es uns nicht mehr so oft "leisten", mich dort behandeln zu lassen.

   
  Reha-Klinik Hohenstuecken, Brandenburg

Die groessten Fortschritte habe ich im Herbst 2002 in der Reha-Klinik Hohenstuecken gemacht. Ich war insgesamt 6 Wochen gemeinsam mit meiner Mutter dort zur Behandlung, und ich hatte jeden Tag ein Mammut-Programm zu bewaeltigen. Mein Stundenplan bestand aus Krankengymnastik, Ergo-Therapie, Schluck-Therapie, Schwimmen, Reiten, Musik-Therapie, Ergometer-fahren, Laufband und paedagogischer Foerderung.

In Brandenburg habe ich besser kauen und schlucken gelernt, so dass unser Puerier-Stab nun endgueltig in der Ecke verstauben kann.
Ich kann jetzt am Waschbecken stehen und mich festhalten, so dass mich meine Mutter dort waschen kann, nicht mehr im Bett liegend.
Auf dem Laufband laufe ich manchmal 100 Meter in 8 Minuten und nur Mama muss hinter mir stehen und mich halten. Ausserdem kann ich, (wenn Mama mich haelt), vom Auto bis zu unserer Wohnung laufen.
Zwecks Kommunikationsuebungen lerne ich gerade, auf den Big-Mack zu druecken, wenn ich etwas essen will. Der Big-Mack sagt das, was ich nicht sprechen kann: "Ich habe Hunger". Das klappt aber noch nicht so richtig. Dafuer kann ich nun aber meinen Loeffel alleine halten. Wenn mir jemand den Loeffel fuellt, kann ich ihn fast allein zum Mund fuehren, lasse aber den Loeffel wieder fallen.

   
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