Moritz - Delphintherapie

   
  Mein Lebenslauf
   
2.Mai 1989

Ich kam mit Kaiserschnitt zur Welt, da ich für eine aktive Mithilfe bei der Geburt viel zu krank war.
Ich hatte durch verschlucktes Fruchtwasser eine Lungen-entzuendung bekommen. Dass ich auch wegen meiner Behinderung meiner Mutter und der Hebamme nicht helfen konnte, wusste damals keiner.

Erst nachdem die Lungenentzuendung ausgeheilt war und ich anfing meine Stimme zu trainieren, fiel den Aerzten auf, dass ich eine außergewoehnliche Stimme und Kopfform (Turrizephalie) besitze.

Danach begannen intensive Untersuchungen, bei denen die Ratlosigkeit der Aerzte nur noch verstaerkt wurde. Ausser angeblichen BNS-Kraempfen haben sie nichts gefunden. Deswegen musste ich im ersten Jahr Tabletten nehmen. Davon wurde ich dauernd muede und verschlief den meisten Teil des Tages (was fuer meine Mutter bequem, aber fuer meine Entwicklung nicht foerderlich war). Aus diesem Grunde setzte meine Mutter die Medikamente ab. Seitdem sind meine EEGs wohl auffaellig, richtige Krampfanfaelle hatte ich aber nicht mehr.

   
Okt. 1989

Mit Muehe kann ich meinen Kopf anheben

   
Feb. 1991

Meine Lieblingsbeschaeftigung ist "klatschen"

   
 

Bin ich nicht suess?

   
Mai 1991

Ich kann im Liegen meine Flasche selber halten und daraus trinken

   
Sept. 1991 Mit zweieinhalb kam ich einen Kindergarten für Koerperbehinderte.
Damit ich auch meine Freundschaften zu den Kindern im meinem Wohnort pflegen konnte, war ich einmal pro Woche im oertlichen Kindergarten zu Gast.
   
Nov. 1991

Auf dem Boden im Langsitz sitzen. Mit Begeisterung Krach machen.

   
Feb. 1992

Ich bin ein geselliger Mensch und freue mich ueber Feste und Musik

   
Aug. 1992

Im Sommer 1992 bin ich zum ersten Mal im Meer geschwommen.
Schwimmen ist mein Hobby.

   
Juli 1995

Beim Therapie-Reiten

   
Sept. 1995

Im Alter von sechseinhalb Jahren wurde ich in eine Schule für Koerperbehinderte eingeschult.


Hier gab es mehr als nur eine Zuckertuete zur Einschulung


Meine Schulkameraden

Foerderplan:
Basale Foerderung, Lebenspraktische Taetigkeiten, Toilettentraining, Wahrnehmungsuebungen im Schwarzlicht-Raum, Schwimmen

Weil ich aber auch mit anderen Kindern aus meinem Wohnort zusammen lernen sollte, durfte ich auch in einer "normalen" Schule als Gast einmal pro Woche am Unterricht teilnehmen. Dort hatte ich zwei super Lehrerinnen. Sie haben sich jedesmal etwas Neues ausgedacht, womit ich mich gemeinsam mit den anderen Kindern beschaeftigten konnte. Am meisten haben dabei die anderen Kinder im Umgang mit mir gelernt. Weil ich alleine gar nichts tun kann, mussten sie mich in allem intensiv betreuen. Sie hielten mir die Musikinstrumente, reichten mir das Pausenbrot, trugen mich und meinen schweren Wagen gemeinsam die Treppen hinauf usw.

   
April 1998

Ein wichtiger Tag in meinem Leben war meine Erstkommunion in unserer Kirche an meinem Wohnort. Am meisten freute ich mich ueber Lieder waehrend des Gottesdienstes, extra fuer mich wurden besonders viele Lieder gesungen. Ich lauschte ganz andaechtig und still, was sonst nicht unbedingt meine Art ist.

   
Sept. 1998

Ein neuer Abschnitt in meinem Leben war der Wechsel in eine antroposophische Schulgemeinschaft. Hier liegt der Schwerpunkt im musischen und kreativen Bereich. Das gefaellt mir besonders gut. Nun war ich das erstemal weg von meiner Mama, denn zuhause bin ich jetzt nur jedes zweite Wochenende und in den Ferien. Am Anfang mußte ich mich daran erst gewoehnen und war deswegen oft krank. In der Zwischenzeit habe ich viele Freunde gefunden und es macht mir sehr viel Spass; auch in der Schule.

Mein Stundenplan umfasst:

Morgenkreis mit rhytmischen Uebungen
Eurythmie und Heileurythmie
Basale Foerderung
Schwimmen und Krankengymnastik
Malen + Werkunterricht (wobei ich allerdings auf Handfuehrung angewiesen bin)
Musiktherapie

   
2002 Im Jahr 2002 machte ich sehr grosse Fortschritte in meiner Entwicklung. Angeregt durch unterschiedliche Therpieaufenthalte (siehe Therapie-Erfahrungen) gelang es mir, mit Hilfestellung meine ersten Schritte zu tun.
Ausserdem entdeckte ich, wieviel Spass es macht, am Computer zu sitzen und zu spielen (ein speziell auf meine Faehigkeiten abgestimmtes Programm). Auch mit dem Big-Mack (grosse runde Taste) beginne ich zu kommunizieren. Was mir fehlt, ist ein eigenstaendiges Interesse an meiner Umgebung und die Moeglichkeit, meine Beduerfnisse und Wuensche zu aeussern. Meistens bin ich mit mir und meinen Ticks beschaeftigt. Die Delphintherapie soll mir helfen, meine Kommunikations-Moeglichkeiten zu verbessern. Meine Mama wuerde sich riesig freuen, wenn sie nicht immer erraten muesste, was ich gern haette.
   
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